Stina's Blog

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Stina Spiegelberg

Stina Spiegelberg

Sri Lanka Glow

Zwei Wochen durfte ich auf einem wunderschönen Fleckchen Erde verbringen, Vitamin D tanken, Wellen kennen lernen und mich mit Yoga und Meditation vom Gesumme der Mücken ablenken. Es war eine traumhafte Zeit, in der ich persönlich, kulinarisch und sportlich so vieles lernen durfte. Aber fangen wir doch ganz von vorne an.

Vor über einem halben Jahr wuchs in meiner Schwester und mir der Gedanke gemeinsam Urlaub zu machen – ohne irgendjemanden sonst, denn das hatten wir noch nie getan. Auf der Suche nach einer Mischung aus Sonne und körperlicher Aktivität in Form von Surfen und Yoga landeten wir bei Sri Lanka. Ich bin nicht unbedingt stolz darauf soweit weg zu fliegen und mich plagt jedes Mal ein schlechtes Gewissen, aber es stellt sich heraus, das diese Reise Schicksal war.

Der Gedanke über Moskau zu fliegen war bescheuert, keine Frage. Nur mit Pulli bekleidet landeten wir bei -10°C im Flughafen-Bus. Der Winterblues wart allerdings sofort vergessen, als wir im Surf Spirit Camp empfangen wurden. Unser tag sollte fortan aus Yoga, Surfen und wieder Yoga bestehen. Gepaart mit einigen aufregenden Erkundungen, offenen Gesprächen und Begegnungen mit Menschen die so fern leben und doch gar nicht so verschieden sind wie wir.

Wir waren an der Westküste Sri-Lankas, vorwiegend in Unawatuna unterwegs und haben unsere Ein- oder Zweitagestrips von dort aus unternommen.

Das Surfen

Ich hatte vorab schonmal ein paar Surfstunden genommen. Ich liebe das Abenteuer, nur gefährlich darf es nicht werden. Und wenn ich im Bodensee den Boden unter meinen Füßen nicht sehe, ist das für mich gefährlich. Mit dem Niveau an Ängstlichkeit surfen zu gehen, finde ich dann doch hardcore . Da ich das schonmal gemacht hatte und wusste, dass man sich von Welle zu Welle kämpft, während die Zeit verfliegt und meine Recherche absolute Hai-Sicherheit in Sri Lanka ergeben hatte, war ich die Ruhe selbst. Bis irgendwo Gerüchte von einem Salzwasserkrokodil auftauchten, aber das ist eine ganz andere Geschichte. Das Surfen jedenfalls hat Muskeln in meinem Körper geweckt, die ich bis dato nie hatte. Und so viel Salzwasser hatte ich auch noch nie geschluckt. da ist ein Einlauf ein Witz dagegen.

Du schnallst dir das Brett ans Bein, wartest eine gefühlte Ewigkeit auf die perfekte Welle, fällst runter, schluckst Salzwasser mit jeder Körperöffnung zehntausend mal, knallst dir das Brett an den Kopf, schredderst einmal über den Sandboden – und dann steigst du trotzdem mit einem Lächeln wieder aufs Brett, weil du weißt die nächste Welle ist es Wert.

Ich durfte an der Stelle für mich selbst eine völlig neue Erfahrung machen. Zum einen, dass die Natur eine Gewalt ist. Und wer glaubt sie zähmen zu können, irrt sich gewaltig. Massentierhaltung, Rodung, Klimawandel. Das sind große und bedeutende Dinge, aber alles was wir damit vernichten sind wir selbst. Denn auf lange Sicht weiß es die Natur einfach besser als wir. Zum anderen habe ich mit jedem Mal, dass ich raus aufs Meer gepaddelt bin meine eigene Angst besiegt. Offenes Meer kann wahnsinnig angsteinflößend sein, dabei braucht man nicht einmal den seichten Teil des Meeres verlassen. Und dann lernst du wie du unter einer Welle durchtauchst, sie mitnimmst und ihr gemeinsam einen Moment teilt. Die Fische mögen besser sein als ich, aber ich hatte einen Heidenspaß! Gesurft wird auf jeden Fall wieder, ich habe schon gehört in Portugal soll es gigantisch sein.

Das Yoga

Vom Camp wurden morgens und abends Yoga-Sessions angeboten, von einer zuckersüßen Norwegerin. Die optimale Ergänzung zum Surfen, auch wenn ich die ersten Tage trotz laufender Yogapraxis befürchtete nicht mehr aufs Brett zu kommen bei den ganzen Pop-Ups . Morgens Vinyasa, abends Yin Yoga, sehr einfach und gelassen. Auch wenn ich ein großer Fan von Hatha Yoga und Myosore bin, gefällt mich beinahe jede Form von Yoga, weil sie alle einen anderen Teil in mir ansprechen. Ob kraftvoll oder entspannt, energetisierend oder gelassen – für jede Art gibt es die richtige Zeit.

7:30 schien für einige zu früh, ich glaube ich habe das Yoga auch mal ausfallen lassen, schließlich wurde das Programm auch über Weihnachten knallhart durchgezogen ⭐️. Auf Bali gab es vor Ort noch viele Möglichkeiten andere Camps zu besichtigen, sich hier und da dem Yoga anzuschließen, das ist mir in Sri Lanka nicht aufgefallen. Das mag aber auch daran liegen, dass wir nicht explizit nach weiteren Möglichkeiten uns auszupowern gesucht haben, sondern fernab der Aktivität flora, Fauna und Menschen bestaunt haben. – Und die Kulinarik zugegebenermaßen.

Das Essen

Curry von Früh bis spät, ungelogen. Ich bin ein großer Fan von Curry und wenn ich in ein Land fliege, dann sehe ich keinen Sinn darin vor Ort Pasta und Pizza zu essen, sondern versuche viele lokale Köstlichkeiten auszuprobieren. Die Sri Lankaner starten mit Dosa begleitet von Curry, Dhal und Sambal. Ganz einfach, unglaublich scharf und passend zu jeder Tages- und Nachtzeit. Vom Camp gab es zum Frühstück eine Smoothie-Bowl, Obst und Pancakes. das Angebot war auch vegan reich, allerdings konnte ich die Pancakes am zweiten tag schon nicht mehr sehen. Das war dann mostly Obst für mich zum Frühstück. Versuche mal eine Köchin glücklich zu machen, no Chance. Aber mit Papaya, Babybananen und Ananas aus Biolandbau kann man nichts falsch machen ❤️. Mittags Curry, abends Curry. Sehr gut. Es gibt ja Variationen.

Nein Scherz. Wir haben uns durch unglaublich tolle Ideen, neue Obst und Gemüsearten gefuttert und der Besuch des Marktes in Colombo war auf jeden Fall ein Erlebnis. Jede Straße hatte ihr eigenes Motto: Gewürze, Obst und Gemüse, Restaurants, Weihnachtsdeko – ja nicht zu fassen, wir waren über Weihnachten da.

Und dann sind wir noch in diesem kleinen bezaubernden Lokal in Galle gelandet, das ganz hervorragende Hoppas aufgetischt hat. vegan essen in Sri Lanka? Gar kein Problem. Die Menschen dort sind so gastfreundlich und zuvorkommend, dass man auch bei Einladungen immer auf eine pflanzliche Beilage ausweichen kann. Lächeln ist schließlich was uns alle verbindet.

Ich hatte mir schwer vorgenommen ein paar Rezepte aus meiner Sri Lanka zeit zu kochen, sobald ich zuhause bin, aber Jungs und Mädels, ich brauche noch ein paar Wochen. danach gibt es Curry satt für euch, ok? In der Zwischenzeit könnte ich es nicht besser zusammenfassen als der Justin in seiner fabelhaften kulinarischen Reise “Sri Lanka”. Danke dir für die Zusammenstellung dieser fantastischen kulinarischen Erlebnisse!!

Das Land

Zwei Wochen sind eine viel zu kurze Zeit. Der Urlaub war als absolute Auszeit gedacht, und das war er auch. Einmal abschalten und durchatmen. Ich hatte mich vorab kaum informiert, alle Trips und Ideen sind kurz vor oder während der Reise entstanden. Urlaubsoptimierung war einmal. Der Tag muss auch Raum lassen das Land zu sehen, mit Menschen zu sprechen und die Sonne zu genießen.

Wir konnten eine wunderbare bio und faire Kokosöl Manufaktur in Kuliyapitiya besuchen (darüber erfahrt ihr noch mehr in einem anderen Artikel), wurden von Locals durch einen Tempel geführt und haben Weihnachten tanzend mit ihnen unterm Weihnachtsbaum verbracht. Wir haben Schrecken geteilt – im Augenwinkel verwechselt man einen Varan gerne mit einem Krokodil und der Gecko kann einen auch kurzzeitig taub machen – und mir wurde der feinste Gesundmachet-Tee gebraut, als ich mit einer Lebensmittelvergiftung im Bett lag.

Am meisten hat mich Sri Lankas Gastfreundschaft berührt. Die Freundlichkeit mit der fremde Menschen interessiert auf dich zukommen, sich mit dir austauschen und ihr Essen mit dir teilen, ist das größte Geschenk. Und es ist ein Geschenk reisen zu dürfen. In Deutschland, wo jeder einmal in Australien oder Neuseeland war und schon in der Jugend für das nächste Übersee-Ticket gespart wird, sollten wir uns das vor Augen führen. Mir wurde das in diesem Moment ganz bewusst. Weil viele der Menschen mit denen ich gesprochen habe niemals ihren Heimatort verlassen werden, niemals etwas anderes sehen werden. Aber Mitleid oder gar Bedauern scheint mir an dieser Stelle völlig falsch. Auch wenn der medizinische Standard in diesem Land nicht so hoch sein mag wie bei uns und der Mindestlohn einen Bruchteil beträgt. Wir können so unglaublich viel von diesen Menschen lernen. Und wir können damit beginnen zu lächeln. Nicht weil wir dankbar sind für alles was wir haben, wie gut es uns geht oder weil es uns selbst gut tut. Einfach so. Weil der Mensch manchmal einfach so Dinge tut. Und es fühlt sich gut an.

Inspiration

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